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Seventh Generation

Noch mal Kinder. Nämlich solche, die sich alle möglichen Sachen in den Mund stecken, wenn man gerade nicht hinsieht. Waschmittel zum Beispiel (Argh!), weil Mami damit immer herumhantiert, es gut riecht und so schön staubt. Für solche Kinder (oder sollten wir schreiben: deren Mütter?) produziert die amerikanische Firma Seventh Generation unter anderem Waschmittel, die Eltern zwar immer noch Nerven kosten, wenn die lieben Kleinen sie mit Brausepulver verwechseln, die aber dem Nachwuchs zumindest nur wenig schaden können. Darüber hinaus eine Reihe anderer Konsumgüter: Toilettenpapier, Windeln, Haushaltsreiniger. Alles umweltverträglich, chlorfrei und in biologisch abbaubarer Qualität. Jetzt können Sie natürlich gähnen und sich fragen: Was ist denn daran so außergewöhnlich? Der deutsche Hersteller Frosch hat ein ähnliches Angebot. Ebenso wie Method aus den USA, worüber wir in Spuren statt Staub geschrieben haben. Richtig.


Quelle: www.seventhgeneration.com

Was uns auf Seventh Generation aufmerksam gemacht hat, ist noch etwas anderes. Nämlich die Offenheit, mit der das Unternehmen agiert. Mit privaten Geldern gegründet, hielten die Eigentümer um CEO Jeffrey Hollender zwölf lange und nicht sonderlich rentable Anfangsjahre an ihren selbst aufgestellten Grundsätzen fest: Jeder – nicht nur die Kunden, auch die Konkurrenz – darf wissen, was genau in ihren Produkten s
teckt. Und jetzt suchen Sie mal bei Persil, Lenor & Co. nach einer detaillierten und vollständigen Auflistung eines jeden Inhaltsstoffs, der in den Produkten enthalten ist. Wir haben es ausprobiert – Fehlanzeige! Weder auf der Produktverpackung noch im Internet.

Doch es geht nicht nur um Transparenz in Bezug auf die Inhaltsstoffe bei Seventh Generation: Jeder Mitarbeiter, jeder Kunde kann sich über aktuelle und strategische Unternehmensentscheidungen informieren. Und jeder darf erfahren, wenn etwas schief läuft. Ganz im Sinne der zwölften These des Cluetrain-Manifests (das m
ittlerweile schon 10 Jahre alt ist!): „Es gibt keine Geheimnisse!“

Quelle: www.seventhgeneration.com

Dieses Unternehmen nimmt sich die Freiheit, einfach alle Informationen freizugeben. Das geht so weit, dass sich den Anwälten von Seventh Generation manchmal die Eingeweide zusammenkrampfen, wenn der Pressesprecher ans Mikrofon tritt. Erstaunlich, aber es zahlt sich aus: Mittlerweile ist Seventh Generation hervorragend am Markt aufgestellt.

Quelle: www.seventhgeneration.com

Seit der Show-The-World-What’s-Inside-Kampagne im letzten Herbst haben Kunden schon im Supermarkt die Möglichkeit, sich mit den Inhaltsstoffen der Produkte vertraut zu machen. Dazu wurden spezielle Widgets entwickelt: Applikationen für den Computer oder das iPhone, die wie ein Chemielexikon erklären, wofür welche Stoffe eingesetzt werden und inwieweit sie harmlos oder schädlich sind. Interessant ist, dass es in den Kommentaren der Blogger über Seventh Generation weniger um Kritik an der Werbung oder an der Firmenpolitik geht, wie sonst so üblich, sondern ganz wohlwollend und ernsthaft um die Maximen des Unternehmens. Seventh Generation hat es in unseren Augen geschafft, Teil einer Bewegung zu werden. Und wer das schafft, hat den Mount Everest des Marketings erklommen.


„Wir sind nur eine kleine Firma. Trotzdem haben wir größeren Einfluss auf andere Unternehmen als auf unsere Kunden“, sagt Jeffrey Hollender. „Und wenn wir unseren neuen Angestellten erklären, wie wichtig uns Ehrlichkeit ist und dass wir Direktheit schätzen, nicken die und denken: Ich glaube euch kein Wort. – Man sieht es ihnen an. Aber das ändert sich dann zusehends. Vertrauen braucht eben ein wenig Zeit.“

LINKTIPPS:
Seventh Generation Homepage

Seventh Generation Blog

Fast Company: Profits with Purpose: Seventh Generation

Buch von Jeffery Hollender: How to Make the World a Better Place
 

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