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Strategische Blindheit bekämpfen: Weil auch kein Fisch das Wasser entdeckt

„Sie können sich unsere Fabrik gern anschauen – aber nur, wenn jeder Besucher nachher einen Verbesserungsvorschlag hat.“ Mit dieser Aufforderung wurde die Delegation der Schöck Bauteile GmbH bei ihrem Besuch im japanischen Toyotawerk begrüßt. Der Grund des Besuchs: Der badische Bauteilehersteller war beim japanischen Automobilhersteller auf der Suche nach neuen Antworten auf die Frage ‚Wie können wir besser werden?’ Die deutsche Delegation war zunächst geschockt: „Das war Toyota, einer der besten Autohersteller der Welt – und wir waren nicht einmal aus derselben Branche.“ Interessant ist, dass tatsächlich jeder der deutschen Besucher einen Verbesserungsvorschlag hatte. Einen Winzigen, aber immerhin.

In seinem Beitrag „Innovation aufs Stichwort“ (leider nicht online) beschreibt Michael Prellberg von der FTD diese Begegnung, die wir extrem clever finden! Clever von Schoeck, über den Tellerrand der eigenen Branche zu blicken und nach neuen Ideen in einer ganz anderen Branche zu suchen. Mindestens genau so clever ist aber auch Toyota, indem man die Besucher aus dem Ländle ihrerseits um Verbesserungsvorschläge bittet. Der Schriftsteller Marshall McLuhan hat dieses Vorgehen so beschrieben: "Ich weiß nicht, wer das Wasser entdeckt hat, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es kein Fisch war."

Und wie ein Fisch das Wasser vor seinen Augen nicht sieht, so sind wir oft blind
für die Welt direkt von unseren Augen. Es braucht jemanden mit einer anderen
Perspektive, um das sichtbar zu machen. Die Ironie an der Sache ist, dass diese
Person unsere Chancen und Probleme deshalb so klar umrissen sehen kann, weil
sie nicht jeden Tag darauf starrt.

Unser Tipp für IHREN Blick über den Tellerrand:

1. Setzen Sie sich mit jemandem zusammen, der in einer ganz anderen Branche arbeitet. Einzige Bedingung: Dieser Jemand muss ein agiler Denker und kritischer Geist sein.

2. Beschreiben Sie dieser Person die Details eines Projektes, an dem Sie gerade arbeiten und das Sie herausfordert.

3. Fragen Sie ihn nach Chancen, die Sie möglicher Weise übersehen haben.

4. Vertauschen Sie die Rolle mit ihm. Nun ist es an Ihnen, in die Rolle des Zuhörers zu schlüpfen und über das Projekt zu hören, an dem Ihr Gegenüber gerade arbeitet. Sie werden eine erstaunliche Erfahrung machen: Sie werden ganz neue Aspekte und Chancen entdecken, die Sie zuvor komplett übersehen haben.


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