Der französische Kosmetikriese L'Oréal hat keine Lust mehr, zweistelligem Gewinnwachstum hinterher zu jagen. "Wir wollen nicht mehr unter einem Joch arbeiten", erklärt Konzernchef Jean-Paul Agon in einem Reuters-Interview. "Verpflichtungen dieser Art können strategische Fehler verursachen."
Dem können wir nur beipflichten. Überraschend ist, dass der Chef eines börsennotierten Unternehmens die Chuzpe hat, es auszusprechen. Wachstum ist ein großartiges Ziel. Allerdings nur als Resultat einer durchdachten Strategie – und nicht als Grundlage einer Strategie. Der Irrglaube liegt darin, dass eine gute Strategie immer zu Wachstum und Größe führt, die Umkehrung des Satzes aber nicht gilt. Größe kann auch die Folge falscher Strategien sein. Ein Unternehmen muss primär eben nicht groß sein, sondern stark.
Wir sind begeistert von L’Oréals Vorstoß. Die Börse entsetzt. Wir auch liebe Börsianer: Über Eure beschränkte Kurzsicht.
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