Was ist Strategie? Michael Porter bringt es genial auf den Punkt: "Der Kern einer Strategie besteht darin zu bestimmen, was man NICHT macht." Wir fanden diese Aussage so genial, dass wir sie in unser neues Zitatebüchlein aufgenommen haben, das gerade erschienen ist. Was Porter damit zusammenfasst, entspricht ziemlich genau der Philosophie des Hotelkonzerns Six Senses. Das Unternehmen betreibt Fünf-Sterne-Resorts an den schönsten Orten der Welt. S-e-h-r teure Resorts. Uns werden Sie da vorerst nicht treffen (was wir sehr bedauern) – Madonna schon.
Madonna scheint viel weniger Diva zu sein als kolportiert wird, denn für Diventum ist in den Six Senses Hotels kein Platz: Das Prinzip heißt „intelligenter Barfußluxus“ – eine Sorte Luxus, die hilft herunterzukommen statt abzuheben.
Barfuß ist ernst gemeint: Eine Kundin, die im Six Senses Malediven anreiste und sich weigerte, ihre Manolo Blaniks auszuziehen, wurde deswegen von der Geschäftsführung umgehend (und höflichst) ins nächste Hilton verfrachtet. Auf Hotelkosten, versteht sich. Denn wer mit der Ausrichtung von Six Senses nicht klar kommt, ist woanders einfach besser aufgehoben.
Das finden wir geradlinig. Mal ehrlich: Wer will denn schon wirklich im Urlaub einen hauptberuflichen Rückeneincremer haben, der die ganze Zeit neben der Liege steht? Wer will wirklich, dass ihm ein Rudel von Bediensteten ständig hinterher zuppelt, Kaviar hier, Cocktail da, jede Tür beflissen öffnet und im Bad das Handtuch zum Händetrocknen reicht? Eigentlich will man doch im Urlaub vor allem seine Ruhe! Bei Six Senses wird der Gast zwar umsorgt, aber er ist NICHT König. Das ist allein die Natur, auf die alle Rücksicht nehmen müssen. Wahlspruch: "Der einzige Kunststoff, den wir akzeptieren, sind die Kreditkarten unserer Gäste."
Sonu Shivdasani, Gründer der Six-Senses-Hotels, erklärt die Strategie so: „Im Gegensatz zu den anderen Luxushotels fragen wir uns nicht ständig: Was erwarten unsere Gäste und wie können wir das, was sie bereits an Luxus und Annehmlichkeiten kennen, noch übertreffen? Unsere Kernfrage ist eine andere – nämlich: Was können wir den Gästen bieten, das sie zuhause NICHT haben?” High-Tech, DSL und Wireless haben schon alle. Das gibt es hier nicht. Dafür Entschleunigung, Stille, Schwimmen mit Schildkröten. Und eine Belohnung für Gäste, die sich freiwillig an einem lokalen Projekt beteiligen, das der örtlichen Gemeinschaft zu Gute kommt: Für die Mitarbeit gibt es eine zusätzliche Woche im Resort kostenlos. Wenn das mal kein Ansporn ist!
Der wirtschaftliche Erfolg gibt Sonu Shivdasani recht. Als er 1995 sein erstes Fünf-Sterne-Resort eröffnete, reagierte die Branche kopfschüttelnd bis belustigt. Heute macht sein Hotelkonzern weltweit 140 Millionen Dollar Umsatz im Jahr. Schlüssel dieses Erfolgs ist ganz klar die Einzigartigkeit des Konzeptes. Diese Einzigartigkeit fußt auf einer klaren Positionierung und klaren Werten, die sich konsequent in Denken und Handeln auf allen Unternehmensebenen wieder finden.
Ein Rezept, das nicht nur für die Top-Hotellerie gilt, sondern für jedes Unternehmen. Und, wie wir meinen, auch für jeden einzelnen Menschen.
LINKTIPPS
Six Senses Homepage
Six Senses Ressort: Maledives
Interview mit Six Senses Chef Sonu Shivdasani
DIE WELT: Warum Luxushotels so schnell wie Laptops altern
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Madonna scheint viel weniger Diva zu sein als kolportiert wird, denn für Diventum ist in den Six Senses Hotels kein Platz: Das Prinzip heißt „intelligenter Barfußluxus“ – eine Sorte Luxus, die hilft herunterzukommen statt abzuheben. Barfuß ist ernst gemeint: Eine Kundin, die im Six Senses Malediven anreiste und sich weigerte, ihre Manolo Blaniks auszuziehen, wurde deswegen von der Geschäftsführung umgehend (und höflichst) ins nächste Hilton verfrachtet. Auf Hotelkosten, versteht sich. Denn wer mit der Ausrichtung von Six Senses nicht klar kommt, ist woanders einfach besser aufgehoben.
Das finden wir geradlinig. Mal ehrlich: Wer will denn schon wirklich im Urlaub einen hauptberuflichen Rückeneincremer haben, der die ganze Zeit neben der Liege steht? Wer will wirklich, dass ihm ein Rudel von Bediensteten ständig hinterher zuppelt, Kaviar hier, Cocktail da, jede Tür beflissen öffnet und im Bad das Handtuch zum Händetrocknen reicht? Eigentlich will man doch im Urlaub vor allem seine Ruhe! Bei Six Senses wird der Gast zwar umsorgt, aber er ist NICHT König. Das ist allein die Natur, auf die alle Rücksicht nehmen müssen. Wahlspruch: "Der einzige Kunststoff, den wir akzeptieren, sind die Kreditkarten unserer Gäste."
Sonu Shivdasani, Gründer der Six-Senses-Hotels, erklärt die Strategie so: „Im Gegensatz zu den anderen Luxushotels fragen wir uns nicht ständig: Was erwarten unsere Gäste und wie können wir das, was sie bereits an Luxus und Annehmlichkeiten kennen, noch übertreffen? Unsere Kernfrage ist eine andere – nämlich: Was können wir den Gästen bieten, das sie zuhause NICHT haben?” High-Tech, DSL und Wireless haben schon alle. Das gibt es hier nicht. Dafür Entschleunigung, Stille, Schwimmen mit Schildkröten. Und eine Belohnung für Gäste, die sich freiwillig an einem lokalen Projekt beteiligen, das der örtlichen Gemeinschaft zu Gute kommt: Für die Mitarbeit gibt es eine zusätzliche Woche im Resort kostenlos. Wenn das mal kein Ansporn ist!
Der wirtschaftliche Erfolg gibt Sonu Shivdasani recht. Als er 1995 sein erstes Fünf-Sterne-Resort eröffnete, reagierte die Branche kopfschüttelnd bis belustigt. Heute macht sein Hotelkonzern weltweit 140 Millionen Dollar Umsatz im Jahr. Schlüssel dieses Erfolgs ist ganz klar die Einzigartigkeit des Konzeptes. Diese Einzigartigkeit fußt auf einer klaren Positionierung und klaren Werten, die sich konsequent in Denken und Handeln auf allen Unternehmensebenen wieder finden.
Ein Rezept, das nicht nur für die Top-Hotellerie gilt, sondern für jedes Unternehmen. Und, wie wir meinen, auch für jeden einzelnen Menschen.
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