Ein Problem, dessen Lösung der Quadratur des Kreises gleicht. Und ein Mann, den diese Herausforderung kreativ beflügelt. Solche Geschichten lieben wir! Wer uns in letzter Zeit hat sprechen hören, kennt die Geschichte von Jay Meschter, dem Director of Innovation bei Nike. Meschter und sein Team standen vor der folgenden diffizilen Herausforderung: Entwickelt einen Laufschuh, der so stabil und dabei gleichzeitig so leicht wie möglich ist!
Gewicht und Stabilität sind natürlich zwei widerstrebende Parameter, so wie Himbeereis und eine schlanke Taille. Oder Arroganz und Erfolg. Ganz klar, das ist eine harte Nuss!
Wie würden wir üblicher Weise diese Problemnuss knacken? Na klar, einfach dem typischen Problemlösungsverfahren folgen. Schritt 1: Wir grübeln über die Lösung des Problems. Aber was, wenn wir damit nicht weiterkommen? Dann eben Schritt 2: Wir fragen einen erfahrenen Kollegen. Aber was, wenn der auch nicht weiter weiß? Dann folgt eben Schritt 3: Wir fragen einen externen Spezialisten. Aber was, wenn der auch keine Lösung parat hat? – Das übliche Prinzip dahinter: Wir bohren in die Tiefe, um eine Lösung zu finden. Mindestens 90 Prozent der Firmen in Deutschland gehen bei der Ideensuche so vor, laut Erkenntnissen von Oliver Gassmann und Ellen Enkel, zwei führenden Innovationsforschern von der Uni St. Gallen und der Zeppelin-Uni Friedrichshafen.
Was aber, wenn das Programm, dem wir da folgen, genau das falsche wäre? Wenn die Lösung nicht in der TIEFE vergraben liegt, sondern in der B-R-E-I-T-E verstreut?
Karim Lakhani, Professor an der Harvard Business School sagt: „Probleme, die in einem Wissensgebiet extrem herausfordernd scheinen, können aus der Perspektive eines anderen Gebietes geradezu trivial erscheinen.“
Das würde bedeuten, dass wir aufhören müssten, nach Experten zu suchen und stattdessen anfangen müssten, nach Analogien zu suchen – die Chancen sind groß, dass da draußen in der großen weiten Welt schon irgendjemand eine Lösung für unser Problem gefunden hat - auch wenn die Lösung in völlig anderer Gestalt daher kommt.
Dieses Vorgehen heißt „Cross Industry Innovation“ und genau diesen Ansatz nutzen nur maximal 10 Prozent der Unternehmen in Deutschland, so Gassmann und Enkel. Und so machte es auch Meschter. Er überlegte: In welcher Branche spielen Gewicht und Stabilität ebenfalls eine große Rolle?
Er fragte: BRÜCKEN-BAU-INGENIEURE.
Der Nike-Flywire-Schuh hat einen papierdünnen, schmutzabweisenden Oberschuh, der alleine von Fasern getragen wird, die den Fuß umschließen wie Sehnen und die angeordnet sind wie die Tragekabel einer Hängebrücke. Da die Festigkeit nicht von einer mehrlagigen Oberfläche kommt, sondern von „Kabeln“, ist der Schuh auch enorm flexibel, was wiederum extrem angenehm und kraftsparend beim Laufen ist. Der Schuh wiegt bei großer Stabilität nur 92 Gramm – so viel wie eine Tafel Ritter-Sport, in die Sie einmal reingebissen haben.
Das ist eine ungewöhnliche und coole Lösung!
Aber um auf solche Antworten zu kommen, brauchen wir eine Geisteshaltung, die Konosuke Matsushita, einer der bedeutendsten Industriellen Japans, einmal so umschrieben hat:
Torawarenai sunao-na kokoro - Einen Geist, der nicht klebt.
LINKTIPPS
Nike über die Flywire Technologie
Prof. Ellen Enkel, Zeppelin Universität
Prof. Oliver Gassmann, St. Gallen
Nike Flywire bei Wikipedia
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Gewicht und Stabilität sind natürlich zwei widerstrebende Parameter, so wie Himbeereis und eine schlanke Taille. Oder Arroganz und Erfolg. Ganz klar, das ist eine harte Nuss!
Wie würden wir üblicher Weise diese Problemnuss knacken? Na klar, einfach dem typischen Problemlösungsverfahren folgen. Schritt 1: Wir grübeln über die Lösung des Problems. Aber was, wenn wir damit nicht weiterkommen? Dann eben Schritt 2: Wir fragen einen erfahrenen Kollegen. Aber was, wenn der auch nicht weiter weiß? Dann folgt eben Schritt 3: Wir fragen einen externen Spezialisten. Aber was, wenn der auch keine Lösung parat hat? – Das übliche Prinzip dahinter: Wir bohren in die Tiefe, um eine Lösung zu finden. Mindestens 90 Prozent der Firmen in Deutschland gehen bei der Ideensuche so vor, laut Erkenntnissen von Oliver Gassmann und Ellen Enkel, zwei führenden Innovationsforschern von der Uni St. Gallen und der Zeppelin-Uni Friedrichshafen.Was aber, wenn das Programm, dem wir da folgen, genau das falsche wäre? Wenn die Lösung nicht in der TIEFE vergraben liegt, sondern in der B-R-E-I-T-E verstreut?
Karim Lakhani, Professor an der Harvard Business School sagt: „Probleme, die in einem Wissensgebiet extrem herausfordernd scheinen, können aus der Perspektive eines anderen Gebietes geradezu trivial erscheinen.“
Das würde bedeuten, dass wir aufhören müssten, nach Experten zu suchen und stattdessen anfangen müssten, nach Analogien zu suchen – die Chancen sind groß, dass da draußen in der großen weiten Welt schon irgendjemand eine Lösung für unser Problem gefunden hat - auch wenn die Lösung in völlig anderer Gestalt daher kommt.
Dieses Vorgehen heißt „Cross Industry Innovation“ und genau diesen Ansatz nutzen nur maximal 10 Prozent der Unternehmen in Deutschland, so Gassmann und Enkel. Und so machte es auch Meschter. Er überlegte: In welcher Branche spielen Gewicht und Stabilität ebenfalls eine große Rolle?
Er fragte: BRÜCKEN-BAU-INGENIEURE.
Der Nike-Flywire-Schuh hat einen papierdünnen, schmutzabweisenden Oberschuh, der alleine von Fasern getragen wird, die den Fuß umschließen wie Sehnen und die angeordnet sind wie die Tragekabel einer Hängebrücke. Da die Festigkeit nicht von einer mehrlagigen Oberfläche kommt, sondern von „Kabeln“, ist der Schuh auch enorm flexibel, was wiederum extrem angenehm und kraftsparend beim Laufen ist. Der Schuh wiegt bei großer Stabilität nur 92 Gramm – so viel wie eine Tafel Ritter-Sport, in die Sie einmal reingebissen haben.
Das ist eine ungewöhnliche und coole Lösung!
Aber um auf solche Antworten zu kommen, brauchen wir eine Geisteshaltung, die Konosuke Matsushita, einer der bedeutendsten Industriellen Japans, einmal so umschrieben hat:
Torawarenai sunao-na kokoro - Einen Geist, der nicht klebt.
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Nike über die Flywire Technologie
Prof. Ellen Enkel, Zeppelin Universität
Prof. Oliver Gassmann, St. Gallen
Nike Flywire bei Wikipedia
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