Vor ein paar Tagen sind wir drei Stunden lang per Segway durch Heidelberg gedüst. Genial! Was zunächst gewöhnungsbedürftig ist: es gibt keine Bedienelemente zum Bremsen oder Beschleunigen. Das Gefährt wird mit einem Elektromotor angetrieben und ausschließlich durch Gewichtsverlagerung gesteuert.Uns hat es riesigen Spaß gemacht. Interessant waren auch die Reaktionen der Menschen, die uns begegneten. Es gibt niemanden, der dem Segway gleichgültig gegenübersteht. Die einen finden es super – die anderen sehen schon das Ende der Fortbewegung per Pedes nahen!
Nun geht es nicht darum, alles Neue pauschal toll zu finden. Was wir an den Reaktionen spannend fanden, war, WIE die Menschen dem Neuen gegenüberstehen: Pauschal ablehnend bis feindselig – ohne es jemals selbst ausprobiert zu haben - oder offen und neugierig.
Genau genommen also ein Spiegelbild unser Gesellschaft, in der diese beiden Meinungspole auch weit verbreitet sind: Diejenigen, für die jede Veränderung im Kern eine Bedrohung darstellt. Und diejenigen, die an die Kraft der Innovation glauben.
Die amerikanische Autorin Virginia Postrel schreibt in ihrem großartigen Buch The Future and Its Enemies sehr treffend:
„Wie wir über die Zukunft denken, sagt uns, wo wir als Individuen und als Zivilisation stehen: Suchen wir nach Statik – einer regulierten, fest gestalteten Welt? Oder fördern wir Dynamik – eine Welt voller Schöpfung, Entdeckungen und Wettbewerb? Schätzen wir Stabilität und Kontrolle? Oder Evolution und Lernen? Sind wir überzeugt, dass Fortschritt einen zentral gesteuerten Plan benötigt? Oder sehen wir Entwicklung und Fortschritt als einen dezentralen evolutionären Prozess? Betrachten wir Fehler als dauerhafte Desaster? Oder als korrigierbare Nebenprodukte von Experimenten? Sehnen wir uns nach Berechenbarkeit? Oder lieben wir Überraschungen? Die beiden Pole von Statik und Dynamik bestimmen zunehmend unsere politische, geistige und kulturelle Landkarte.“Yepp, so ist es!
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