Echo

I want to stop your heart!

Als wir im Juni in New York waren, durfte ein Besuch im Guggenheim Museum nicht fehlen. Was uns den Atem stocken ließ: Die Bilder von Mark Rothko! Seine Kunst lässt so gut wie niemanden kalt - auch uns nicht. Man ist entweder heftig beeindruckt und emotionalisiert von der Kraft seiner Farben, vor allem wenn man sie im Original gesehen hat. Oder heftig entsetzt vom Grad der Abstraktion.

Einfach nur gut finden? Ganz okay? Niemals! Rothko polarisiert.

Das wollte er auch. Ihm graute vor jedem Hauch von Mittelmaß. Um jeden Preis wollte er vermeiden, dass seine Kunst die Betrachter unberührt vorbeigehen lässt. Wenn man der Figur folgt, die ihn im preisgekrönten Drama "Red" verkörpert, das gerade am Broadway läuft, dann hasste Rothko nichts so sehr, wie die typischen Zustimmungsfloskeln: "Wie war dein Tag?" – "Ganz gut." "Wie schmeckt die Putenbrust?" – "Ganz okay, danke." "Wie findest du seine Bilder?“ – "Ja, gut halt." So ein Urteil hätte den gebürtigen Balten explodieren lassen! In "Red" sagt er wörtlich:

I don't want you to like my pictures.
I WANT TO STOP YOUR HEART.
Wow! Was ist das für ein Ziel!

Wie tritt ein Maler an die Leinwand mit diesem Ziel im Kopf?
Wie agiert ein Unternehmen, das mit "ganz gut" nicht zufrieden ist?
Wie handeln Mitarbeiter, denen "gute" Projekte einfach nicht gut genug sind?
Wie sähe die Welt aus, wenn wir Produkte oder Dienstleistungen anbieten würden mit dem Ziel: WE WANT TO STOP YOUR HEART!


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