Burger King zieht nach: Nach dem Erfolg von McDonald‘s mit der Marke McCafé setzt auch der Konkurrent auf Kaffee und Kuchen. „Wir planen, deutschlandweit pro Jahr 100 Standorte zu modernisieren, und bei 90 Prozent der Fälle integrieren wir eine Kaffeebar,“ sagt Andreas Bork, Deutschland-Chef von Burger King, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche.
Klingt das nicht nach einem Aufbruch zu neuen Ufern? Nach Tatkraft? Nach dem Beweis für Innovationsstärke?
Für uns klingt das eher nach einer mutlosen, uninspirierten Nachahmer-Strategie.
Wird die Kette damit scheitern? Unwahrscheinlich. Dafür hat die Café-Kultur zu sehr Konjunktur. Werden sie erfolgreich sein? Vielleicht. Aber wahrscheinlich nicht so erfolgreich wie McDonald‘s. Das ist auch eine Frage der Übereinstimmung mit der Marke: Bei McDonald‘s passt die kuchenbestückte Kaffeetafel bestens zur McDonald‘s-typischen Inszenierung des Ortes, an dem wir wieder Kind sein dürfen. Die Metapher von Burger King, die in Deutschland ohnehin lahmt, ist der Barbecue-Grill. Dazu passt Kaffee und Kuchen emotional ungefähr so gut wie Essig zu Milch.
Das Problem einer kraftlosen Mee-too-Strategie ist aber noch grundsätzlicher: Reproduktionen sind NIE so wertvoll wie Originale!
Ob in der Wirtschaft, in der Kunst oder in der individuellen Lebensgestaltung: Menschen können nichts Besonderes schaffen, indem sie die Besonderheiten anderer kopieren.
Wer den Stil von Picasso nachahmt, wird sicher ein paar Abnehmer finden – aber nie eine eigene Handschrift entwickeln. Wer Pferde liebt, Stille genießen kann und zu Sonnenbrand neigt, aber trotzdem jeden Sommer die immergleiche Pauschalreise nach Mallorca bucht, wird in 99 Prozent der Fälle traumhaftes Wetter erwischen und im Restaurant sogar auf Deutsch bedient werden – aber nie erfahren können, wie schön Reiterferien auf Island sind.
Wer brav studiert und anschließend willig seinen Arbeitsplatz besitzt, zur rechten Zeit den richtigen Bausparvertrag abschließt, mit Mitte dreißig die Schulfreundin heiratet, zügig 1,3 Kinder bekommt, Samstag Vormittag den Opel wäscht und föhnt und nachmittags bei den Eltern gute Miene zum schlechten Kaffee macht, wer diesen geradezu vorbildlichen Lebensweg wählt, der wird ganz sicher für Furore sorgen: Bei den Eltern, bei den Lehrern, beim Bankberater, bei den Nachbarn. Denn wer so lebt, erfüllt alle Erwartungen seiner Mitmenschen. – Aber erfüllt er auch die eigenen Erwartungen an ein glückliches, erfülltes Leben?
Natürlich, das darf man so machen – und man wird sicher nicht erfolglos sein. Aber eben auch nicht erfolgreich. Denn es bleibt etwas Entscheidendes auf der Strecke:
Sie!
Das, was Sie besonders macht.
Was Sie von allen anderen Menschen unterscheidet.
Ihre individuellen Chancen.
Ihr ganz besonderes Potenzial.
Unsere feste Überzeugung ist: Die Angst aufzufallen, Risiken zu vermeiden, lieber den planierten Weg zu gehen als seinen eigenen Weg zu suchen, mit dem Strom zu schwimmen, um zum Schwarm zu gehören – das alles ist ein freiwilliges Einverständnis damit, am Ende die Hälfte des Lebens ungelebt zurückzugeben. Seinen Cocktail nicht auszutrinken – sondern angenippt stehen zu lassen.
Für die amerikanische Schriftstellerin Erma Bombeck eine absolute Horrorvorstellung: „Wenn ich am Ende meines Lebens vor Gott stehe, hoffe ich, dass nicht das kleinste bisschen Potenzial übrig geblieben ist und ich sagen kann: Ich habe alles genutzt, was mir mitgegeben wurde.“
Genau darum geht es!
Klingt das nicht nach einem Aufbruch zu neuen Ufern? Nach Tatkraft? Nach dem Beweis für Innovationsstärke?
Für uns klingt das eher nach einer mutlosen, uninspirierten Nachahmer-Strategie.
Wird die Kette damit scheitern? Unwahrscheinlich. Dafür hat die Café-Kultur zu sehr Konjunktur. Werden sie erfolgreich sein? Vielleicht. Aber wahrscheinlich nicht so erfolgreich wie McDonald‘s. Das ist auch eine Frage der Übereinstimmung mit der Marke: Bei McDonald‘s passt die kuchenbestückte Kaffeetafel bestens zur McDonald‘s-typischen Inszenierung des Ortes, an dem wir wieder Kind sein dürfen. Die Metapher von Burger King, die in Deutschland ohnehin lahmt, ist der Barbecue-Grill. Dazu passt Kaffee und Kuchen emotional ungefähr so gut wie Essig zu Milch.
Das Problem einer kraftlosen Mee-too-Strategie ist aber noch grundsätzlicher: Reproduktionen sind NIE so wertvoll wie Originale!
Ob in der Wirtschaft, in der Kunst oder in der individuellen Lebensgestaltung: Menschen können nichts Besonderes schaffen, indem sie die Besonderheiten anderer kopieren.
Wer den Stil von Picasso nachahmt, wird sicher ein paar Abnehmer finden – aber nie eine eigene Handschrift entwickeln. Wer Pferde liebt, Stille genießen kann und zu Sonnenbrand neigt, aber trotzdem jeden Sommer die immergleiche Pauschalreise nach Mallorca bucht, wird in 99 Prozent der Fälle traumhaftes Wetter erwischen und im Restaurant sogar auf Deutsch bedient werden – aber nie erfahren können, wie schön Reiterferien auf Island sind.
Wer brav studiert und anschließend willig seinen Arbeitsplatz besitzt, zur rechten Zeit den richtigen Bausparvertrag abschließt, mit Mitte dreißig die Schulfreundin heiratet, zügig 1,3 Kinder bekommt, Samstag Vormittag den Opel wäscht und föhnt und nachmittags bei den Eltern gute Miene zum schlechten Kaffee macht, wer diesen geradezu vorbildlichen Lebensweg wählt, der wird ganz sicher für Furore sorgen: Bei den Eltern, bei den Lehrern, beim Bankberater, bei den Nachbarn. Denn wer so lebt, erfüllt alle Erwartungen seiner Mitmenschen. – Aber erfüllt er auch die eigenen Erwartungen an ein glückliches, erfülltes Leben?
Natürlich, das darf man so machen – und man wird sicher nicht erfolglos sein. Aber eben auch nicht erfolgreich. Denn es bleibt etwas Entscheidendes auf der Strecke:
Sie!
Das, was Sie besonders macht.
Was Sie von allen anderen Menschen unterscheidet.
Ihre individuellen Chancen.
Ihr ganz besonderes Potenzial.
Unsere feste Überzeugung ist: Die Angst aufzufallen, Risiken zu vermeiden, lieber den planierten Weg zu gehen als seinen eigenen Weg zu suchen, mit dem Strom zu schwimmen, um zum Schwarm zu gehören – das alles ist ein freiwilliges Einverständnis damit, am Ende die Hälfte des Lebens ungelebt zurückzugeben. Seinen Cocktail nicht auszutrinken – sondern angenippt stehen zu lassen.
Für die amerikanische Schriftstellerin Erma Bombeck eine absolute Horrorvorstellung: „Wenn ich am Ende meines Lebens vor Gott stehe, hoffe ich, dass nicht das kleinste bisschen Potenzial übrig geblieben ist und ich sagen kann: Ich habe alles genutzt, was mir mitgegeben wurde.“
Genau darum geht es!
... gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine von dem andern zu unterscheiden ...
AntwortenLöschenSupergenial, so habe ich das noch nicht gesehen. Das Leben wie ein Cocktail. Geniessen, was damit tun und am Ende auch austrinken – und nicht angenippt stehen lassen. Klasse.
AntwortenLöschenSuper-Artikel!
AntwortenLöschenWar es nicht die Schriftstellerin Erma Bombeck, die die Phase der Kindererziehung als "entglittenen Langzeitversuch" bezeichnete?
Ich werde mich nie daran gewöhnen können, dass kapitale Großkonzerne mit solch fundamentaler Phantasielosigkeit agieren.
AntwortenLöschenAndererseits macht es die Positionierung guter Ideen und dynamischer Unternehmen - branchenunabhängig - deutlich einfacher. Denn alle Verfechter des Me-too, Pareto und aller weiteren nur Mittelmass erzeugenden Strategien verweigern sich trotzig dem echten Erfolg. Prima - wir nehmen ihn.
Vieleicht solltet Ihr, gerade was Euer Kommentar zum eigenen Ich anbetrifft, lieber in die Schulen gehen und dort Vorträge halten. Bitte aber vorher die Lehrerschaft umkrempeln, sonst werden wir auch weiterhin viele kleine MeeToo´s ausbilden und dem Mittelmaß frönen. Kreativität wird zur Mangelware - Kreative werden zu Außenseitern.
AntwortenLöschenJa, es ist eine beliebte Strategie neue Ideen zu belächeln, sie schlecht zu reden oder zu kopieren - manchmal sogar in dieser Reihenfolge. Mit der entsprechenden Achtsamkeit fällt auf, dass fast allen Menschen ihre eigenen Ideen am besten gefallen.
AntwortenLöschenDadurch fehlt die entscheidende Energie für die Umsetzung beim Nachahmer. Und dadurch ist die Kopie nur äußerst selten besser als das Original. Ja, es bedarf Mut zu sich und zu seinen Ideen zu stehen. Was hilft in den meisten Fällen? Nach meinen Erfahrungen ist es - ein gesundes Selbstvertrauen. (Dabei liegt die Betonung vor allem auf dem Wort "gesund".) Mit vielen Grüßen und mit den besten Wünschen - Robert Knitt von der IMBEMA-Consult GmbH
Mir scheint, ich habe in meinem Leben (das hoffentlich noch ein Weilchen anhält) durchaus etliche Spuren hinterlassen, viel Neues gewagt, Neuland betreten, Ideen-Inseln im Meer der Mittelmäßigkeit begründet usw., und keine Angst, dass viel von meinem Cocktail stehen bleiben wird. Also alles gut.
AntwortenLöschenAber - es gibt auch eine andere Seite der Medaille. Ich habe einen hohen Preis dafür bezahlt. Mein Einkommen bewegt sich seit vielen Jahren nur knapp oberhalb der Armutsgrenze. Ich habe kein Haus, kein Auto, kein Boot und kein Kind. Belohnt werden Mut und Kreativität in der real existierenden Marktwirtschaft eindeutig nicht.
Eine wenig populäre Weisheit, die ich erkennen musste, lautet:
Wer zu früh kommt, den bestraft das Leben.
Ja, es ist eine beliebte Strategie neue Ideen zu belächeln, sie schlecht zu reden oder zu kopieren - manchmal sogar in dieser Reihenfolge. Mit der entsprechenden Achtsamkeit fällt auf, dass fast allen Menschen ihre eigenen Ideen am besten gefallen.
AntwortenLöschenDadurch fehlt die entscheidende Energie für die Umsetzung beim Nachahmer. Und dadurch ist die Kopie nur äußerst selten besser als das Original. Ja, es bedarf Mut zu sich und zu seinen Ideen zu stehen. Was hilft in den meisten Fällen? Nach meinen Erfahrungen ist es - ein gesundes Selbstvertrauen. (Dabei liegt die Betonung vor allem auf dem Wort "gesund".) Mit vielen Grüßen und mit den besten Wünschen - Robert Knitt von der IMBEMA-Consult GmbH
Ich bin mir sicher: Fast alle neuen Ideen, die sich erfolgreich auf dem Markt durchgesetzt haben, sind Kopien. Fast jede dieser Ideen hat einen Vorläufer gehabt, der gescheitert ist, weil die Zeit und die Menschen noch nicht reif dafür waren.
AntwortenLöschenWir haben unter unseren Lesern und Zuhörern sehr wohl auch Lehrer und Lehrerinnen. Das freut uns ungeheuer, denn es zeigt, dass in einigen Köpfen bereits das Umdenken beginnt. Aber, da stimme ich Ihnen voll zu: Es sind aus meiner Sicht immer noch die Ausnahmen, nicht die Regel. Wir brauchen viel mehr davon!!
AntwortenLöschenWie gut, dass es Menschen gibt, die gegen den Strom schwimmen, die sich von der Masse abheben! Doch Vorsicht, diese Leben kann anstrengender, aber ganz sicher aufregender sein.Wenn jeder sein Potential ausschöpfen würde, dann wären wir doch schon recht weit gekommen. Können wir nur wünschen, daß jeden Tag einige mehr mutig werden.
AntwortenLöschenDas ist aber auch wieder nur eine Frage des Blickwinkels, oder nicht? Man kann eben nicht alles im Leben in "klingende Münzen" umrechnen! Das gewonnene Wissen und die gemachten Erfahrungen sind mit "Geld" sowieso nicht zu bezahlen. Oder was meinen Sie, was Ihr Leben so wert sein sollte in Yen, Dollar und Euro ... ?
AntwortenLöschenDer Newsletter ist wahrlich inspirierend und ich freue mich auf den nächsten...
Ralf Dorn
Der Artikel trifft den Punkt genau, denn alle großen Marken unserer Zeit waren die Ersten in Ihrer (Sub) Kategorie. Die ersten im Markt erhalten gleichzeitig einen Qualitätsvorschuss, da das Original ja besser sein muss als die Kopie. Der First Mover Advantage lässt grüßen.
AntwortenLöschenWer kann mir denn mit Zahlen belegen, dass Mc Cafe ein Erfolg ist? Die einzigen Daten habe ich mal aus Österreich analysiert und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass Kaffee und Kuchen ca. 10% des Umsatzes machen. Ob das Zusatzumsatz ist oder ob es teilweise kannibalisiert wird, weiss ich nicht. Wenn also jemand neue Zahlen hat, wäre ich dankbar, mir diese zur Verfügfung zu stellen. Danke im voraus. (mail@heinz-guenther.com)
Ich habe ein Reihenhaus und einen Opel und mein Cocktail wird leer sein weil ich frei von kreativem Hochmut bin
AntwortenLöschen;-)
Der Artikel gefällt mir auch. Bloss - aus meiner Sicht ist auch McD eine Me-too-Strategie, wenn auch nicht ganz so plump wie bei Burger King. Da gibt es ja noch Starbucks, die das ganz gut hinkriegen mit dem Kaffee...
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