Kochen boomt! Noch nie gab es so viele prominente Starköche, so viele begeisterte Hobbyköche, so viele Restaurants zur Auswahl, so eine Vielfalt in den Küchen, so viele TV-Köche, so viele Bestseller im Kochen-Regal in den Buchhandlungen. Wir finden diesen Markt hoch spannend und innovativ, weshalb wir schon einige Male genauer draufgeschaut haben, zum Beispiel hier oder hier...
Aber das heißt nicht, dass das Restaurant-Business automatisch eine Selbstläufer-Goldgrube ist. Fünfzig Tische am Place de la Bastille in Paris jeden Abend voll besetzt zu bekommen, um höchste Mieten und Gehälter zu bezahlen, in einem der dichtesten Restaurantmärkte der Welt – das ist kein Zuckerschlecken. Dazu braucht es vor allem eins: Anders sein! Wie aber schafft man Einzigartigkeit in einem der vielfältigsten Märkte der Welt?
Sophie, Eric und Olivier drehten nicht wie alle an der Schraube der Zutaten oder der regionalen Küche, am Service oder der Innenausstattung, sondern setzten auf das Prinzip der Co-Creation: Den Kunden in die Produktentstehung einbeziehen. Und daraus wurde eine Geschäftsidee, die alles ist, außer gewöhnlich: Im Restaurant „Un chef, un jour“ kann sich jeder, der davon träumt, einmal Chefkoch zu sein, diesen Wunsch für einen Tag erfüllen. Mit einer einfachen Online-Bewerbung. Die Teilnahme ist kostenlos.
Und auch das Publikum hat einen Vorteil: Für 30 Euro bekommen die Gäste nicht nur ein einzigartiges Drei-Gänge-Menü, sondern möglicherweise auch als Erste eine Kostprobe aus der Küche noch unentdeckter, zukünftiger Stars. Denn die Besitzer haben sich kein geringeres Ziel gesetzt, als ein Ort zu werden, an dem die Zukunft des Kochens aufkeimt.
Damit so ein Abend für die Gäste kein Reinfall wird, sorgen Profis für die Umsetzung der Ideen des Eintags-Chefkochs und er bekommt auch einen persönlichen Coach an die Seite gestellt. Er lernt dabei an nur einem Tag extrem viel. Besonders clever an der Idee finden wir, dass der glückliche Koch natürlich stets für eine Busladung voller Freunde, Bekannte und Familie unter den Gästen sorgt. Für die Grundauslastung des Gastraums ist so schon mal gesorgt.
Ein Restaurant mit „Gast-Koch“ – auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Und das kann man nur, wenn man aufhört, an den Nuancen des Gewöhnlichen zu feilen und anfängt, an Dogmen zu rütteln und scheinbar unverrückbare Wahrheiten in Frage zu stellen. Unsere Überzeugungen werden mit der Zeit zu intellektuellen Zwangsjacken. Nur wer sie ablegt, hat die Chance, wirklich neue, kreative und wertschaffende Lösungen zu finden.
Die einzige Möglichkeit, aus der Masse hervorzustechen, ist wahrnehmbar anders zu sein. In der Abweichung vom Mainstream steckt die Saat für Originalität. Also: Warum nicht einfach mal Bewährtes hinterfragen? Warum nicht mal ganz anders denken – und darin den Keim des Erfolgs von morgen entdecken?
***
Noch mehr Ressourcen & Knowhow in FREE STUFF und dem monatlichen BACKSTAGE REPORT. Besuchen Sie uns auch auf FACEBOOK oder GOOGLE+


